Wie verdienen Anbieter von Internet-Video-Türklingeln wie Ring, Nest, DoorBird, Eufy und Doorsafe eigentlich ihr Geld? Und was ist der beste Kauf?

Video-Türklingel Abo

Es gibt viele verschiedene Anbieter von Internet-Video-Türklingeln, und wie sie Geld verdienen, unterscheidet sich je nach Anbieter. Im Grunde gibt es drei Wege, auf denen Anbieter von Internet-Video-Türklingeln Geld verdienen:

  1. direkt am Kauf des Produkts
  2. direkt am Abo für die Speicherung der Aufnahmen in der Cloud
  3. indirekt an den Daten, die die Video-Türklingel liefert.

Wie ist das bei einer Ring-Video-Türklingel?

Ring-Video-Türklingeln gehören zu Amazon. Und die Nest-Video-Türklingel gehört zu Google. Diese Unternehmen verdienen auf alle drei Arten am Nutzer. Sie verlangen einen Preis für den Kauf der Türklingel. Anschließend können Sie ein Abo für die Speicherung der Aufnahmen in der Cloud abschließen. Bei Ring kostet die Speicherung rund 10 Euro pro Monat bzw. rund 100 Euro pro Jahr, wenn Sie sowohl eine Türklingel als auch eine Überwachungskamera haben. Die Aufnahmen werden maximal 180 Tage in der Cloud gespeichert. Angenommen, Sie kaufen eine Ring Video Doorbell Pro mit zusätzlichem Gong und einer Überwachungskamera von Ring. Dann zahlen Sie dafür im Handel rund 465 Euro. Dazu kommen dann 100 Euro pro Jahr. Nach 5 Jahren haben Sie also rund 965 Euro ausgegeben.

Wie ist das bei einer Google-Nest-Video-Türklingel?

Aufnahmen speichern geht bei Ring also nur in der Cloud – und bei Google Nest ist das genauso. Angenommen, Sie kaufen eine Google Nest Hello Video-Türklingel mit einer IP-Überwachungskamera und einem Google Nest Hub 2. Dann zahlen Sie dafür im Handel rund 477 Euro. Zusätzlich benötigen Sie ein Google-Nest-Abo. Dieses kostet rund 100 Euro pro Jahr für 30 Tage Videoverlauf (60 Tage kosten rund 180 Euro pro Jahr). Nach 5 Jahren haben Sie also rund 977 Euro für Ihre Türklingel bezahlt.
Die jährlichen Kosten für die Cloud-Speicherung bei Amazon oder Google sind also gleich hoch, nämlich rund 100 Euro. Ebenfalls gemeinsam ist beiden Unternehmen, dass Sie Aufnahmen auf keine andere Weise speichern können als in ihrer Cloud. Das sollte Nutzer eigentlich stutzig machen. Eine Video-Türklingel und eine Überwachungskamera sind Sicherheitsprodukte – die Speicherung der Aufnahmen ist dabei eine zentrale Funktion. Warum gibt es bei diesen Produkten dann keine Möglichkeit, Aufnahmen lokal zu speichern? So könnten die Aufnahmen viel länger aufbewahrt werden als in der begrenzten Cloud-Speicherfrist. Und Sie müssten nicht zusätzlich monatlich oder jährlich bezahlen, wodurch die Kosten erheblich steigen können.

Warum für Cloud-Speicher bei Nest oder Ring bezahlen?

Der Grund ist recht einfach und eigentlich naheliegend: Amazon und Google möchten die gespeicherten Aufnahmen einsehen können. Und das geht nicht, wenn die Aufnahmen in der Wohnung oder im Smartphone-Speicher liegen. Cloud-Speicher ist für diese Unternehmen also essenziell, denn so kann ihre Software alle in der Cloud gespeicherten Aufnahmen analysieren. Und das ist die dritte Art, wie diese Unternehmen an der Video-Türklingel verdienen. Gerade wenn Sie zum Beispiel eine Google Nest Hello Video-Türklingel mit einem Google-Nest-Hub-2-Display nehmen, holen Sie sich zwei Geräte ins Haus, die Daten über Sie sammeln: eines an der Haustür und eines drinnen. Damit hat Google eigentlich das komplette Bild. Als Nutzer stimmen Sie den AGB zu, die den Schutz Ihrer Privatsphäre zusichern, da alle Daten anonym verarbeitet werden. Möchten aber zum Beispiel Behörden Zugriff, weil sie Sie verdächtigen, kann das Unternehmen kaum Nein sagen. Ziel von Google und Amazon ist jedoch Marktforschung: Daten bei Nutzern sammeln und Muster erkennen. Wie viele Menschen sind im Haus, welche Musik hören sie, welche Fernsehsendungen sehen sie, wann stehen sie auf und wann gehen sie schlafen? Und wie oft bekommen sie Besuch oder werden Pakete an der Tür zugestellt? Aus diesen Daten lässt sich sehr viel lernen und viel Geld verdienen. Amazon kann diesen Nutzern relevantere Produkte zeigen, Google relevantere Werbung. Man kennt die Nutzer dieser Produkte schließlich in- und auswendig, weil man sie permanent erfasst – und zwar nicht ihre Meinungen, sondern das viel wichtigere Verhalten. Es ist daher zu erwarten, dass Google und Amazon mit Ring ihre Produkte zunehmend verschenken werden, denn je mehr Daten man sammelt, desto besser die Marktforschung. Allerdings ist ein Preis auch ein Qualitätssignal – wirklich billig werden sie die Produkte also kaum machen. Wohl aber gratis dazugeben, etwa beim Abschluss eines Prime- oder YouTube-Abos.

Wie ist das bei einer DoorBird-Video-Türklingel?

DoorBird stellt ebenfalls Video-Türklingeln her, die sich mit dem Internet verbinden. Die Speicherung von Aufnahmen in der DoorBird-Cloud kostet 49 Euro pro Jahr, die Videos werden dabei aber nur 7 Tage gespeichert. Kaufen Sie also eine DoorBird D1101V Video-Türklingel für rund 535 Euro und speichern 5 Jahre lang Aufnahmen in der Cloud, haben Sie insgesamt rund 785 Euro ausgegeben. DoorBird wertet die in der Cloud gespeicherten Videoaufnahmen nicht für Marktforschung aus. Im DoorBird-Produkt selbst lassen sich keine Videoaufnahmen speichern; nur Bilder der letzten 50 Besucher werden in der App gespeichert. Warum DoorBird keine dauerhafte Speicherung von Videos im Produkt oder in der App ermöglicht, ist eigentlich unklar. DoorBird verdient also vor allem am Verkauf seiner Produkte. Und wie Marken wie Siedle und Comelit richtet sich DoorBird vor allem an den Profimarkt mit Elektroinstallateuren. Beim Kauf eines DoorBird-Produkts zahlen Sie also sowohl die Marge von DoorBird als auch die des Installateurs.

Wie ist das bei einer Eufy-Video-Türklingel?

Auch bei einer Eufy-Video-Türklingel können Sie Videos in der Cloud speichern. Das kostet 99 Dollar pro Jahr. Für eine Eufy-Video-Türklingel mit HomeBase zahlen Sie im Handel rund 199 Euro. In der HomeBase lassen sich ebenfalls Aufnahmen speichern, mit einer Kapazität von maximal 16 GB. Dieser Speicher ist leider nicht erweiterbar. Bei Eufy stehen Ihnen also 16 GB für die lokale und damit kostenlose Speicherung zur Verfügung, die Cloud-Speicherung ist rein optional. Eufy scheint also vor allem am Verkauf der Produkte zu verdienen – nicht an monatlicher Cloud-Speicherung und auch nicht an der Auswertung der Aufnahmen.

Wie ist das bei einer Doorsafe-Video-Türklingel?

Bei allen Internet-Video-Türklingeln von Doorsafe können Sie Aufnahmen auf einer SD-Karte mit 32 GB speichern, erweiterbar auf maximal 128 GB. Eine Cloud-Speicherung gibt es nicht. Doorsafe verdient also eindeutig nur am Verkauf der Produkte. Eine Auswertung der lokal gespeicherten Aufnahmen durch Doorsafe ist gar nicht möglich. Außerdem verkauft Doorsafe ausschließlich direkt ab Werk über die eigenen Onlineshops. Ein Installateur oder Großhändler verdient also nicht an Doorsafe-Produkten mit. Deshalb sind Doorsafe-Produkte auch vergleichsweise günstig. Kaufen Sie eine Doorsafe DS6660 für 169 Euro, eventuell mit einem zusätzlichen Monitor für 229 Euro, haben Sie bei 5 Jahren Nutzung 398 Euro ausgegeben. Und Sie können vollständig in eigener Hand lokal bis zu 128 GB an Videos und Fotos speichern – ganz ohne Abo und ohne dass Sie als Nutzer an Marktforschung und Datensammlung teilnehmen.

Und welche Video-Türklingel ist nun der beste Kauf?

Kurz gesagt: Der beste Kauf über einen Zeitraum von 5 Jahren ist entweder die Eufy oder die Doorsafe. Die Eufy ist vor allem sehr einfach zu installieren, weil die Türklingel mit Akku läuft. Dann müssen Sie aber immer daran denken, neben Smartphone und allen anderen Akkugeräten im Haus auch die Türklingel aufzuladen. Und Sie sollten nicht in einer Gegend wohnen, in der die Gefahr besteht, dass die Eufy-Außeneinheit gestohlen wird. Diese Klingel lässt sich nämlich recht leicht von der Tür abnehmen und mitnehmen: Es hängen keinerlei Kabel daran, und sie ist so konstruiert, dass sie sich zum Aufladen leicht lösen lässt. Außerdem ist der Speicher der HomeBase auf 16 GB begrenzt. Die Doorsafe DS6660 bietet 32 GB Speicherkapazität. Zudem ist sie für Diebe viel schwerer zu stehlen: Die Doorsafe-Klingel sitzt richtig fest, es führen Kabel ins Haus, und sie hat einen Diebstahlalarm, der bei einem Diebstahl sofort draußen eine Sirene auslöst und zusätzlich eine Benachrichtigung über die App oder den angeschlossenen Monitor sendet. Mit dem Doorsafe DS6669-Monitor haben Sie neben einer schönen Türklingel auch einen eleganten Touchscreen im Haus, dessen Speicher Sie auf 128 GB erweitern können – und das für nur 398 Euro. Dafür bekommen Sie bei DoorBird nicht einmal eine Türklingel.